Spanien: Grubenunglück bei Mineraliensuche

Bei einem Unglück in einem Bergwerk in Asturien starben am Montag fünf Arbeiter, vier weitere wurden schwer verletzt. Es gibt Hinweise auf eine Explosion von Grubengas. Im Norden Spaniens wurde früher viel Kohle gefördert. Mancherorts werden die stillgelegten Schächte nun jedoch genutzt, um nach abbaubaren, jetzt gefragten Mineralien zu suchen. Die Landespresse diskutiert die damit verbundenen Risiken.

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ABC (ES) /

Neuer Bergbau – mit den alten Gefahren

Bergwerke dienen zunehmend weniger der Energiegewinnung als der Suche nach Rohstoffen für die Digital-Ära, erklärt ABC:

„Als Ursache wird Grubengas genannt, ein traditioneller Killer vieler Bergleute, der mit dem Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen aus unserem kollektiven Gedächtnis verschwunden ist. ... Was dagegen nie hätte verschwinden dürfen, sind die Sicherheitsmaßnahmen, um die Gefahr von Gasexplosionen zu mindern, auch wenn die Arbeiten in der alten Mine des Unternehmens Blue Solving nicht dem Abbau dienten, sondern der Reinigung und der Suche nach Graphit, das heute auf großes Interesse stößt. Diese Tragödie ereignet sich genau in dem Moment, in dem die EU die Wiederaufnahme des Bergbaus empfiehlt und daran erinnert, dass dies mit maximalen Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Arbeiter geschehen muss.“

El País (ES) /

Tod unter Tage ist kein Relikt der Vergangenheit

Der uralte Beruf des Bergmanns ist heute wieder gefragt, aber auch seine Risiken sind nicht verschwunden, konstatiert El País:

„Das ist keine Branche aus der Vergangenheit. Der Bergbau steht wieder im Vordergrund, weil Europa in der geopolitischen Lage strategische Mineralien braucht. Und er ist weiterhin die Sektor mit den meisten Todesfällen im Verhältnis zur Beschäftigtenzahl. ... Die Minenexplosion erinnert uns daran, dass noch immer viele Arbeiter bei Arbeitsunfällen ums Leben kommen. ... Prävention und Sicherheit am Arbeitsplatz müssen Priorität haben, sowohl in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt als auch in Berufen mit jahrhundertealter Geschichte.“

eldiario.es (ES) /

Keineswegs unvermeidlich

Eldiario.es bedrückt die gesellschaftliche Resignation angesichts einer hohen Zahl von Arbeitsunfällen:

„In den letzten drei Jahrzehnten sind in Spanien mehr als 41.000 Beschäftigte bei der Arbeit ums Leben gekommen. Sie sind nicht nur durch Quetschungen oder Stürze ums Leben gekommen, auch zum Beispiel durch Herzinfarkte oder Schlaganfälle, denn auch arbeitsbedingter Stress tötet. Und Verkehrsunfälle. Nach einer Zeit, in der die Zahl der Arbeitsunfälle rückläufig war, steigt sie seit Jahren wieder an. ... Manchmal sind es miserable Jobs ohne Absicherung oder die Arbeit ist schlicht zu viel und die Arbeitsschutzmaßnahmen werden nicht eingehalten. ... Das Schlimmste ist der Fatalismus, mit dem wir Arbeitsunfälle wahrnehmen: als wäre es ein unvermeidlicher Preis für wirtschaftliche Aktivität, Fortschritt und Wohlstand.“